Warum es gut ist, dass nicht immer alles gut ist…

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Weißt du, auch wenn du dich jetzt vielleicht noch nicht wieder (ganz) erinnern kannst, so kommen du und ich aus einem Reich, in dem alles eins ist, alles miteinander verbunden ist. Alles ist die reine Liebe – es gibt nichts anderes – dort, wo du und ich herkommen. Alles ist vollkommen, lichtvoll, harmonisch und so friedlich. Du wusstest dort, dass du absolut sicher, unermesslich geliebt, groß, mächtig und ewig bist …

Und dort, wo wir beide herkommen, du und ich, dort haben wir uns gewünscht, auf eine spannende Reise zu gehen. Wir planten mit unseren Brüdern und Schwestern eine Abenteuerreise, bei der wir Dinge erfahren dürfen, die wir vorher nicht kannten. Wir entschieden uns, Emotionen zu fühlen, die das Gegenteil von dem sind, was wir wirklich sind. Dafür reisten wir auf einen Planeten namens Erde, um die Erfahrungen der Angst, der Traurigkeit, des Verlustes, von Wut und Hass, von Krankheit, Schmerz und Vergänglichkeit zu machen …

Wenn du dich noch nicht wieder ganz erinnern kannst, klatschst du jetzt vielleicht die Hände über dem Kopf zusammen, und denkst: um Himmels willen, warum sollte ich so etwas Verrücktes tun?

Weil du auf Wolke 7 warst – und dort, wo immer alles vollkommene Liebe ist, konntest du dich nicht als die grenzenlose Liebe erfahren, die du bist.

Glaub mir, ich bin ein durch und durch harmoniebedürftiger Mensch. Von mir aus dürfte immer alles rosig und schön sein. Doch im Nachhinein bin ich wirklich froh und dankbar für „negative“ Erfahrungen. Ich bin zum Beispiel froh, dass ich den Schmerz von Liebeskummer erfahren durfte.

Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich dalag, die Decke anstarrte, es kaum aushielt, dieses Ohnmachtsgefühl … Ein trauriges Lied in Dauerschleife hörte, und es sich anfühlte, als hätte mir jemand mein Herz herausgerissen.

Aber ich weiß nicht, ob ich meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen heute so wertschätzen könnte, ohne vorher auch das Leid kennengelernt zu haben. Es braucht schon etwas an Reife, um zu begreifen, wie wertvoll eine Beziehung ist, und dass es auch dazugehört, in diese Beziehungen zu investieren, gemeinsam zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Hätten Künstler keinen Liebeskummer erfahren, wer hätte uns dann diese wunderbaren Lieder über Herzschmerz komponiert? Wer hätte uns berührende Liebesgedichte geschrieben und ergreifende Schnulzenfilme gedreht?

Tatsächlich schweißt es uns zusammen und verbindet uns Menschen auf einer tieferen Ebene miteinander, wenn wir Krisen gemeistert haben. Diese leidvollen Erfahrungen lassen uns unglaublich wachsen, und mal ehrlich – wenn wir dann, nach zeitlichem Abstand, zurückblicken, stellen wir eigentlich immer fest, dass diese Krise für irgendetwas gut war. Vielleicht können wir zugeben, dass die Person, der wir damals nachgeweint haben, doch gar nicht zu uns gepasst hat und dass wir ohne die Trennung nicht mit dem Partner zusammen wären, der eigentlich viel besser für uns ist.

Oder dass es sogar richtig gut war, den Job damals zu verlieren, weil wir uns dadurch endlich getraut haben, etwas Neues zu wagen, und wir dadurch mehr Gehalt, mehr Freiheiten, einen netteren Chef oder etwas anderes bekommen haben.

Viele Menschen sagen sogar nach dem Überstehen einer Krankheit oder dem Verlust eines geliebten Menschen, dass es sie sensibler gemacht hat für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

In diesen Momenten bleibt die Zeit stehen und es öffnet sich ein neuer Raum. Auf einmal bist du dem, was du wirklich bist, ganz nah, denn du gehst für einen Moment aus deinem Verstand heraus – es gibt gerade kein Sollen und kein Müssen, keine Vergangenheit und keine Zukunft, es gibt nur diesen einen Moment, das Jetzt – und im Jetzt ist nur das reine Sein – Präsenz, Tiefe.

Jede Krise ist eine Chance zur Erkenntnis, und die Möglichkeit für etwas Besseres.

Wie könnten wir die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, zu vergeben, wenn uns nicht auch mal jemand wehgetan hätte? Wie könnten wir selbst in der Lage sein, einem anderen Menschen zu helfen, zu trösten, einfach da zu sein, wenn es allen immer gut geht? Wie könnten wir geben, wenn jeder alles hat?

Wie könnten wir uns darüber freuen, jemanden zu sehen, wenn wir nicht auch wüssten, wie es ist, einen Menschen zu vermissen?

Wie könnten wir wissen, wie lebendig und genial sich ein Lachanfall anfühlt, bei dem man sich den Bauch halten muss und das Zwergfell schon schmerzt, wenn wir nicht auch die monotone Langeweile kennen würden?

Mittlerweile bin ich dankbar dafür, das Gefühl von Traurigkeit zu spüren, wenn ich von einer lieben Freundin wieder nach Hause fahre, die weit weg wohnt und ich nicht weiß, wann wir uns wiedersehen werden. Weil es mir zeigt, wie unglaublich wichtig dieser Mensch für mich ist und wie wertvoll und bereichernd unsere Freundschaft für mich ist.

 

Das Leben küsst uns mal ganz sanft und mal ziemlich wild … Unsere Aufgabe ist es, im Rhythmus der Wellen mitzuschwimmen und das Beste aus allem zu machen, was kommt. Wir sind nicht auf diese Abenteuerreise gegangen, du und ich, um uns auszuruhen. Das können wir auf Wolke 7 tun, wenn wir wieder zuhause sind, im Reich des Absoluten, und unsere Erfahrungen reflektieren.

 

Wir sind hier, um das Leben zu rocken, mutig voranzuschreiten, dem Leben und uns zu vertrauen, verschwenderisch mit der Liebe zu sein, zu lachen und zu weinen, zu vergeben und die unglaubliche Kostbarkeit und Vollkommenheit dieser Erfahrung zu schätzen.

Wir sind hier, du und ich, um das Leben zu umarmen und zu lieben, mit allem, was es uns zu bieten hat. Gott hat uns nur Engel geschickt, alles ist immer vollkommen, alles ist stets perfekt. Die Frage ist, ob wir in der Lage sind, die Wahrheit zu erkennen, du und ich, oder ob wir weiterträumen und uns verlieren in der Illusion …

Erwachen bedeutet erwachsen werden. Es bedeutet, dass wir die Verantwortung übernehmen, für unsere Gedanken, Gefühle, für unsere Worte und Taten. Da ist niemand außer dir selbst, der die Schuld für irgendetwas trägt. Wir haben uns ausgesucht, wofür wir hierhergekommen sind, du und ich. Wir planten, was wir erfahren wollen. Wir sind dieses Mal hier, um zu heilen, wir sind hier, um uns zu erinnern, du und ich, und um zurückzufinden. Zurück zu unseren Herzen, zurück nach Hause, da, wo wir herkommen, du und ich.

Ich liebe dich, denn du bist ich. 

 

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